Dabrowskis Theorie der positiven Disintegration
Dabrowski hat sich mit herausragenden Persönlichkeiten
beschäftigt. Also Leute, die aus der Gesellschaft positiv
herausragten. Er war u.a. der festen Überzeugung, dass man eine
solche Person schon in sehr zartem Alter erkennen könne -
z.B. an den Augen.
Dabrowski stellt in seiner Theorie der positiven Disintegration das
menschliche Leben in fünf Stufen dar.
- Die erste Stufe ist geprägt von purem Egoismus. Alles ist
gut, was dem Selbst dient. Es gibt keine inneren Konflikte über
gut ond böse.
- In der zweiten Stufe bricht die rigide Struktur der
Persönlichkeit teilweise zusammen. Die Hauptsorge ist nicht mehr
nur das Selbst, sondern mehr, was die anderen von einem slbst
denken. Eine Selbstbestätigung von außen wird
angestrebt. In dieser Stufen finden sich viele Mitläufer.
- Die dritte Stufe - Multilevel-Entwicklung - ist dann gegeben, wenn
sich eine innere Struktur an moralischen Regeln auszubilden beginnt.
Menschen in dieser Stufe suchen nach
einem Soll-Ich und sind unzufrieden mit dem Ist-Ich. Level III -Menschen
stellen Vieles in Frage, verachten Unrecht, sinf einfühlsam, und
zwar nicht nur um zu beweisen, wie gut sie selbst sind.
- In Level IV passen die Ideale eines Menschen und seine
Fähigkeit, nach diesen zu leben, wieder besser zusammen. Es
handelt sich um mitfühlende, autonome, verantwortliche
Menschen. Sie sind auch unabhängig von ichzentrierten Bedürfnissen.
- In Level V hat die betr. Person sein Ideal
erreicht. (Secundäre Integration) Es sind authentische, in sich
harmonierende, mitfühlende Menschen, die im Einklang mit allem
Leben leben. Voll erreicht wird diese Stufe nur sehr selten, manchmal
wird sie auch nur in Teilbereichen erreicht.
Die meisten Leute entwickeln sich bis zu einer der Stufen, und dann
nicht weiter. Um sich schneller oder weiter zu entwickeln, braucht
man ein Entwicklungspotential, das laut Dabrowski angeboren ist.
Dieses Potential äußert sich durch die Menge und
Intensität von Übererregbarkeiten, also erhöhte
Reaktionan auf Stimuli. Dabrowski nennt fünf solche Dimensionen der
Ü.E.s.
- Psychomotorische Ü.E.: Erhöhter Energielevel,
Workaholismus, Impulsivität, nervöse Angewohnheiten
(Nägelbeißen etc.)
- Sensorische Ü.E.: Liebe zu Musik und Ästhetik,
Sensitivität (Wenn die Etiketten in der Kleidung zuviel sind,
oder die Eisenbahn zu laut)
- Imaginative Ü.E.: Fähigkeit, Dinge zu visualisieren,
Erfindungsreichtum, Kreativität, Fantasie, poetische ,
künstlerische oder dramatische Begabung.
- Intellektuelle Ü.E. - zu finden bei den meisten begabten
Kindern: tiefgehende Fragen, theoretisches Denken, moralisches Denken,
Fähigkeit, Probleme zu lösen, Interesse am Abstrakten.
- Emotionelle Ü.E.: Extreme Verbindung zu anderen, Begabung,
sich auszudrücken, Geschehen tiefgehend zu fühlen,
Todesangst, leicht zu beschämen, Schuldgefühle, emotionale
Reaktionen.
Die Wahrscheinlichkeit, diese Übererregbarkeiten in der
hochbegabten Bevölkerung zu finden, ist sehr hoch.
(Aus Mensa-Bulletin USA, September 1986)
Englischsprachige Links zu dem Thema:
Austega
Stephanie
Tolan
Strickland

© by Sylvia Zinser
Last modified: 20091223